Nesteldecken

Da häufig Nachfragen kommen, wie eine Nesteldecke beschaffen sein soll, gebe ich hier mal eine kleine Anleitung, die aber nur als Vorschlag gedacht sein soll, der eigenen Phantasie sind da eigentlich keine Grenzen gesetzt!!
Was ist eine Nesteldecke:
eine Nesteldecke ist gedacht für an Demenz erkrankte PatientInnen, die im Allgemeinen motorisch sehr unruhig sind und mit den Händen nach Dingen suchen, an denen sie "rumnesteln" können: und da sollen diese Decken helfen!!
Als Material kommt so ziemlich alles in Frage, was sich nähen und waschen läßt:
Fleece, Frottee, Cord, Baumwolle, Samt, Stoffe mit strukturierter Oberfläche, Plüsch, Spitze, gehäkelte Sachen, eben alles was sich gut anfühlt!!
Außerdem kann man die Decke noch mit einigen zusätzlichen Elementen "interessanter" gestalten: Knöpfe, Bänder, kleine Taschen, Reissverschlüsse.... Hier mal ein Beispiel:


Zum Nähen: ich habe mir eine Pappschablone von 20 x 20 cm ( 8x 8 inch) gemacht, so dass ich immer gleich sehe, ob der Stoff noch reicht!! Diese Schablone lege ich auf den Stoff und schneide ein entsprechendes Quadrat aus.


 Insgesamt braucht man 16 Stücke a 20 x 20 cm, die man dann möglichst bunt zusammennäht: die Decke besteht dann aus 4 x 4 Quadraten: hier sind schon 9 Quadrate ausgeschnitten!! Dies ist wie gesagt, nur ein Vorschlag, man kann auch nur 3 x 4 Quadrate nehmen oder auch beliebig geformte Stoffstücke zusammennähen!!


Man kann in Viererblöcken oder in Reihen zusammennähen! Als Kante kann man noch einen Streifen rumnähen: ich setze dazu die breiteren Steifenreste zusammen, möglichst bunt:


Die Decken werden ohne Vlies gearbeitet, man verstürzt sie einfach mit einem Stück Stoff: das kann Baumwollstoff sein, aber auch Fleece oder Flanell, was man zur Verfügung hat!!!  Beim Nähen daran denken, dass man eine Öffnung zum Wenden offen läßt!! Ich steppe dann den Rand einmal ganz schmalkantig ab (die Wendeöffnung ist dann gleich geschlossen!!)  und einmal in der Naht des Streifens, wenn ich einen angesetzt habe, sonst so in ca. 5 cm vom Rand entfernt.



Und dann sollten noch die Kreuzungspunkte der Nähte mit der Fadenmethode "gequiltet" werden, viel mehr nicht, denn die Decken sollen weich und "fummelig" bleiben!
Und hier noch ein paar Beispiele  von Sachen zum dran Fummeln:





Eine kleine Tasche macht sich sehr gut, da kann man reinlangen und was verstecken!
Hier noch ein paar Decken:






Die Decken, die wir bisher schon verteilt haben, sind sehr gut angenommen worden, sie wurden gerne zum "Nesteln" von den PatientInnen genommen!!!
Und noch ein paar Beispiele aus der neuesten "Produktion":



Die untere Decke habe ich mal nur aus 3 x 4 Quadraten gemacht, so ist sie etwas kleiner, kann aber auch gut auf dem Schoß liegen!
Um vielleicht Erinnerungen an Früher wachzurufen, habe ich mal Decken mit Tiermotiven genäht: wir sind hier eine sehr ländliche Gegend!!




Kommentare:

  1. Eine ganz, ganz tolle Idee, finde ich! Daß die gut ankommen, glaube ich gerne, denn man sieht ihnen an, daß sie liebevoll und gut überlegt gemacht worden sind. An wen werden sie verteilt? Arbeitest du mit Demenzkranken?
    Wirklich eine super-Idee!

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  2. Ich finde die Idee sehr schön.
    Erstens kann man jemand damit helfen und zum Anderen
    kann man seine Reste wunderbar verarbeiten.
    Supertoll.
    An wen schickt man denn die Decke ?????

    LG Hibiscus

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    1. Da gibt es verschiedene Stellen: Pflegeheime, Altenheime,Sozial- und Pflegestationen, aber auch , wenn jemand privat nachfragt, weil in der Familie jemand dement ist und man ihm mit so einer Decke eine Freude machen kann!!

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    2. Bin durch Zufall auf diese Seite gekommen und finde die Idee klasse. Ich arbeite in einem Altenpflegeheim und wüßte jetzt schon mehrere Bewohnerinnen, denen so eine Decke gut tun würde. Falls jemand unbedingt eine loswerden möchte: waldi.wagner@gmx.net
      Ich würde mich riesig für unsere Bewohnerinnen freuen :-)

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    3. Suche schon lange gezielt nach Möglichkeiten zur Beschäftigung für Demenzerkrankte. Das nesteln ist eine tolle Sache. Jetzt habe ich einen kräftigen Mann in der Gruppe der etwas stabiles braucht. z.B. massiver Reissverschluss, feste Jeanstasche usw. Würde mich ganz sehr freuen
      wenn jemand für unsere Demenzgruppe eine Nesteldecke übrig hat. Kontakt unter: sambalita@gmx.ch Vielen herzlichen Dank!

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  3. Wow, bin durch Zufall auf diese Seite gestossen und schwer beeindruckt. Ich arbeite im Seniorenbereich und weiss wie gut solche Decken bei Menschen mit Demenz ankommen. Suche auch noch Freiwillige die für unsere Bewohner solche Decken nähen (leider liegt mir das Nähen nicht so:()Hoffe ich werde bald fündig:) lg und weiter so!!!!

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    1. Hallo,Daniela,leider kann ich Dich nicht anders erreichen, aber vielleicht guckst Du ja nochmal vorbei: wir geben diese Decken auch an andere Organisationen ab, da müßtest Du Dich mal melden!!! Meine e-mail findest Du in meinem Profil!!!

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  4. Danke für die Anleitung!
    Ich möchte eine Decke für meine Schwiemu machen und bin froh, das ich mir hier Hilfe wegen der Maße holen kann. Danke dafür!

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  5. Danke für die Anleitung, arbeite im Altenpflegeheim und habe schon mal ein Kissen so ähnlich genäht. Aber dort fehlte noch das Zubehör obendrauf zum Beschäftigen. Aber man kam schon ins Gespräch über die Stoffarten. Und was gtut ankam ein "Tunnel" aus Stoff über einem Teil des Kissens. Dort konnte man die Hände reinstecken wie in einen Muff. Aber ich werde auf alle Fälle gleich mal eine Decke nähen und am Montag auf Arbeit ausprobieren.
    Kissen werden allerdings zum Kaufen auf www.ilsesweitewelt.de vorgestellt.

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  6. Eine wunderbare Idee. Ich glaube, ich werde mich in der nächsten Zeit mal ans nähen machen und auch solche Nesteldecken anfertigen.

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  7. Meine Mutter ist dement und ich werde ihr so eine Decke nähen, sie hat am 16.5. Geburtstag... ich hoffe sie freut sich ein bisschen. Vielen Dank für die Anleitung!!

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  8. Vor wenigen Wochen habe ich begonnen Nesteldecken zu nähen und es macht mir richtig viel Spaß und ich habe immer wieder neue Ideen! Ich habe jetzt 5 Decken für Frauen und 5 Decken für Männer genäht und möchte sie nun an Altenheime in der Umgebung abgeben. Meine Überlegung dazu ist, eine kleine Anleitung mit auch Hinweisen zum Waschen dazu zugeben.Wie handhabt Ihr das fragt Ingrid

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  9. Ich finde die Idee superschön und werde jetzt eine Decke für meine Oma machen. Noch ein kleiner Tipp, den ich anderswo gelesen habe: Demenzkranke reagieren agressiv auf die Farbe Rot, deshalb sollte man diese so wenig wir möglich einsetzen. Lieben Dank für die Anleitung!

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  10. Herzlichen Dank fürs Zeigen und Erklären!!!
    LG, Sabine

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Da ich es nicht immer schaffe, mich persönlich bei Euch allen zu bedanken, an dieser Stelle ein "Dankeschön" für all Eure lieben Kommentare: ich freue mich über jeden!! Und eine Bitte: wenn jemand eine Frage hat, dann bitte gebt mir eine Möglichkeit, wie ich Euch erreichen kann!!!